Felix Martin Andreas Antoine Sören Blume? Kollegahs wahre Vornamen

Einführung

Zugegebenermaßen: Der bürgerliche Name des Rappers Kollegah ist eine kleine Pointe: Felix Blume. Der Mainzer Separate hat den Namen im Jahr 2007 in einem Disstrack einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht („Felix Blume, nennen wir doch den Bengel beim Namen!“). Die Wahrnehmung der Kunstfigur Kollegah wurde durch diese Enthüllung nachhaltig verändert, wahrscheinlich hat auch Kollegah selbst seine Selbstinszenierung daran anpassen müssen.

Denn ein selbsternannter Zuhälterrapper wirkt mit einem derart poetischen Namen leider wenig glaubwürdig. Zu Beginn seiner Karriere nannte sich Kollegah deshalb Toni, später firmierte er als Felix Antoine Blume – wobei er auf den zweiten Vornamen stets viel Wert legte. Immerhin suggeriert dieser den im deutschen Gangsterrap leider noch immer als Glaubwürdigkeitsmerkmal verstandenen Migrationshintergrund.

Die Überbetonung des vermeintlichen zweiten Vornamens und ihr intendierter Zweck sind dermaßen offensichtlich, dass vielfach Witze darüber gemacht wurden. Insbesondere wurden Kollegah weitere Vornamen angedichtet. Fler behauptet indes standhaft, auch der Name Antoine sei nur erfunden – und zwar von Kollegah selbst.

Felix Martin Andreas Antoine Sören Blume?

In der englischen Wikipedia wurde am 23. August im Eintrag „Kollegah“ eine anonyme Änderung vorgenommen. Seither steht dort an wechselnden Stellen im Text, Kollegahs voller Name laute Felix Martin Andreas Antoine Sören Blume. Stimmt das?

Um die Antwort vorwegzunehmen: Es stimmt ziemlich sicher nicht.

Doch der vermeintliche Name macht die Runde: Die „TZ“ hat gestern einen Artikel über Kollegah veröffentlicht. Er ist wegen schwerer Körperverletzung angeklagt und steht deswegen vor Gericht. Im Artikel heißt es: „Ein Einigungsversuch des Vorsitzenden Richters im Falle eines Geständnisses des Mannes, der als Felix Martin Andreas Antoine Sören Blume im hessischen Friedberg geboren wurde, scheiterte.“

Seither steht der Name auch in der deutschen Wikipedia – die „TZ“ wird in den Fußnoten als Quelle genannt.

Hat hier jemand im Gerichtssaal mitgeschrieben, als der Richter den vollen Namen des Angeklagten verlesen hat? Wahrscheinlicher scheint mir, dass die „TZ“ ihn aus der englischen Wikipedia übernommen hat. Und jetzt, da der Name durch eine vermeintlich zuverlässige Zeitung bestätigt wurde, hat auch die deutsche Wikipedia eine Quelle, die die Qualitätskritierien zu erfüllen scheint.

Doch ehe der Autor des „TZ“-Artikels öffentlich erklärt, dass er den Namen höchstselbst so im Gerichtssaal vernommen hat, würde ich zumindest zu Skepsis raten. Wahrscheinlich heißt Kollegah nämlich ähnlich wie behauptet – aber letztlich doch ganz anders.

Wie heißt er wirklich?

In der Datenbank der GEMA, der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, firmiert Kollegah seit Jahren als Felix Blume. In der Frühzeit seiner Karriere war dies jedoch anders. Unter der CAE/IPI-Nummer 00491070661 wird dort der Name „BLUME, FELIX MARTIN ANDREAS MATTHIAS“ als „Textdichter“ von Kollegahs Frühwerk genannt.

Also kein Antoine, kein Sören. Einfach nur ein relativ unspektakulärer deutscher Name.

Die GEMA-Datenbank scheint die sicherste Quelle für Kollegahs vollen Namen. Absolute Sicherheit verschafft sie jedoch nicht: Es könnte sich auch um einen scherzhaft gewählten Künstlernamen handeln.

Vielleicht sollten wir einfach bei Felix Blume bleiben.

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