Youtube-Trends: Your Favorite Martian

Zum Auftakt einer Serie über aktuelle Youtube-Trends sei zunächst Ray William Johnsons neues Projekt „Your Favorite Martian“ genannt, dessen bisher einziges Video „My Balls“ in drei Tagen über vier Millionen mal aufgerufen wurde. Außerdem schaffte es „My Balls“ an die Spitze der Itunes-Comedycharts.

Man mag den Humor Ray William Johnsons teilen oder nicht, ihm den Erfolg gar neiden, doch sein Sinn für das sog. „Massentaugliche“ beeindruckt.

Was haltet ihr von „Your Favorite Martian“?

Echt passiert

Na ja, es gab da diese Party. Schlechte Musik, schlechte Menschen, schlechte Laune; ich stehe deshalb unauffällig in irgendeiner dunklen Ecke und trinke ein Wasser. Nachdem es mir für einige Zeit gelungen ist, mich auf diese Weise jeglichen unerwünschten sozialen Kontakten zu entziehen, bemerke ich einen Typ im Polohemd, der mir ständig dämliche Blicke zuwirft.

Gut, ich trinke ein Wasser auf einer Studentenparty – das mag etwas befremdlich wirken. Und womöglich – ich sage nicht, dass es unbedingt so ist – womöglich lässt in solchen Momenten mein Gesichtsausdruck auch erahnen, wie ich zu dieser Techno-House-Elektromusik stehe, die sie dort gespielt haben. Ganz ehrlich: Ich kann wirklich nicht behaupten, dass sie nicht meinem Geschmack entspräche. Viel mehr ist es so, dass ich Sven Väth für einen der vier apokalyptischen Reiter halte, den Cocoon Club für den Vorhof zur Hölle und darüber hinaus die These, dass elektronische Musik den Faschismus als ultimativen Irrweg der Kulturlosigkeit abgelöst habe, zumindest als diskussionswürdig erachte.

Wie dem auch sei, zurück zu diesem dämlich starrenden Typen. Irgendwann, nach einigen Minuten, hat er scheinbar genug gesehen, kommt langsam auf mich zu und meint im schlimmsten schwäbischen Dialekt: „Hey, bisch’d’n Dealer?“
Und ich sage: „Schon, aber im Moment habe ich nur noch Kaugummis…“

Das Wichtigste über Bayern

„Bayern ist die fruchtbarste Provinz Deutschlands und diejenige, wo es am wenigsten Geist gibt. Es ist ein irdisches Paradies, das von Dummköpfen bewohnt wird.“ – Anonymer französischer Agent, 1796 ((Zitiert nach: Weis, Eberhard: Bayern und Frankreich in der Zeit des Konsulats und des Ersten Empire (1799-1815), München 1984, S. 7.))

Zum sog. „Marktwert“ von Fußballspielern

Auf kicker.de war unlängst zu lesen, dass der 1. FC Nürnberg den Marktwert seiner Mannschaft mit 23 Millionen Euro veranschlagt. Transfermarkt.de spricht hingegen von rund 39 Millionen. Wie kommt diese enorme Differenz zustande?

Nun, der Marktwert eine Spielers ist so lange eine Fantasiegröße, bis er verkauft wird. In diesem Moment – und nur in diesem – lässt sich klar sagen, was ein Spieler wert ist. Zu jedem anderen Zeitpunkt gibt es Mutmaßungen und Schätzwerte, womöglich auch Angebote anderer Vereine. Doch all das sind ebenfalls nur Momentaufnahmen. Der Marktwert eines Spielers hängt von viel zu problematischen Faktoren ab, um eine Aussagekraft zu haben. Ist er verletzt? Wie lange läuft sein Vertrag noch? Trifft man ihn zu häufig spätnachts in Nobeldiskotheken? Ist er vielleicht außer Form, oder hat er nicht den nötigen Willen zum Erfolg? Besonders derart subjektive Kriterien wie die letzte entziehen sich jeder Übersetzung in objektiv hierarchisierbare Messgrößen.

Man sollte also weghören, wenn über die Marktwerte von Fußballspielern gesprochen wird. Sie sind in der Regel völlig aus der Luft gegriffen.