Wird Google dümmer?

Ich muss an dieser Stelle etwas ansprechen, das mir schon etwas länger auf den Senkel geht. Und zwar hält sich Google seit einiger Zeit für ziemlich schlau. Für wie schlau genau? Nun, zumindest für so schlau, dass die Suchmaschine meint, besser zu wissen, wonach ich suche, als ich selbst.

I still haven't found what I'm looking for!

Kleines Beispiel: Ich suche nach einem flashbasierten Web-Player der Vilea GmbH aus Zürich. Also gebe ich ein: „vilea player“. Was liefert Google als Ergebnis? Links zum englischen Fußballverein Aston Villa und dessen aktuellem Spielerkader. Kein flashbasierter Web-Player in Sicht. Neuer Versuch, ich präzisiere: „vilea flash player“! Aha, denkt sich Google, da sucht offensichtlich ein Legastheniker nach Ferienwohnungen und/oder Reinigungsmitteln. Die ersten zehn Treffer (kein Scherz!):

– Qype-Profil des Hotels La Villa am Starnberger See
– Infos über die Südtiroler Gemeinde Villanders
– Ferienwohnung Villa Margot
– Villa Auguste in Kärnten
– 3D-Tour Villa Hammerschmidt
– drei Youtube-Links zu Infomercials für Produkte des Reinigungsgeräte-Herstellers Vileda
– Ferienwohnung Villa Arbea
– Villa Corèn

Es gab eine Zeit, da zeigte Google, wenn es keinen Treffer fand, das durchaus auch mal an. Für „vilea flash player“ findet es heute 77.700.000 Ergebnisse – darunter kein einziges, das mich interessiert. Ich verstehe Googles Vision von einer semantischen Suchmaschine. Ich verstehe auch, wieso Google mir im Zweifelsfall irgendwas anzeigt, anstatt einfach mal zuzugeben, dass es mich nicht verstanden hat oder keine Anworten auf meine Fragen weiß. Wenn ich aber bei der Suche nach simplen Wortketten regelmäßig nur noch Mist angezeigt bekomme, dann frustriert mich das. Mag Google durch die semantische Suche auch langfristig schlauer werden, derzeit kommt es mir vor, als wäre Google dümmer als früher, weil die Qualität der Suchergebnisse gerade für ausgefallene Suchbegriffe meinem subjektiven Empfinden nach abgenommen hat.

Letztlich habe ich http://www.vilea.ch in die Addresszeile meines Browsers eingetippt und die benötigten Infos auf der Webseite auch selbst gefunden. Danach habe ich – nur so zum Test – auch mal mit dem oft gescholtenen Bing nach „vilea flash player“ gesucht. Und siehe da – auf Platz 1 der Suchergebnisse: die gesuchte Webseite. Geht doch.

Es könnte alles so einfach sein

Hochschulsport an der Uni Frankfurt – Gebühren-Verdopplung!

Wie ich mit Entsetzen feststellen musste, hat das Hochschulsport-Programm der Uni Frankfurt seine Gebühren verdoppelt. Studenten zahlen jetzt 10,- Euro, Hochschul-Mitarbeiter 20,- Euro und externe Sportler 40,- Euro. Vorher zahlte man jeweils die Hälfte. Das halte ich zumindest für erklärungsbedürftig, doch auf der Webseite für Hochschulsport finde ich diesbezüglich keine Informationen.

Preissteigerungen sind nachvollziehbar, doch eine Erhöhung der Gebühren um 100% erscheint mir merkwürdig. Entweder wurde all die Jahre zuvor sehr absurd kalkuliert – aber immerhin zugunsten der Studenten. Oder es wird jetzt sehr absurd kalkuliert – nämlich mit doppelt so viel Geld für das gleiche Angebot.

Zum Vergleich: An der Uni Mainz ist das Hochschulsport-Programm für Studenten „i.d.R. kostenfrei“, Bedienstete und Gleichgestellte zahlen für die meisten Kurse 10,- Euro pro Semester-Halbjahr. In Darmstadt und Marburg gibt es zahlreiche Kurse ohne Kostenbeteiligung, die kostenpflichtigen kosten dafür ab 25,- Euro aufwärts.

Ich werde mal abwarten, was man in den nächsten Wochen noch dazu hören wird. Eine offizielle Stellungnahme samt Begründung für die Erhöhung wäre jedenfalls ein willkommenes Zeichen von Transparenz.

PS: Wie kann sich das Café im Institut für Sportwissenschaften eigentlich ein Sky-Abo leisten? Wer zahlt das? Wie soll sich das rechnen in einem Mensa-Saal, wo man noch nicht mal zum Kauf von Getränken gezwungen wird?