Front-USB an das Mainboard anschließen

Ich habe unlängst ein Mainboard in ein altes Gehäuse eingebaut. Der größte Teil der Arbeitsschritte ist idiotensicher. Denn es gilt wie so oft: Der Stecker kommt da rein, wo er reinpasst. Aber bei einigen Anschlüssen muss man doch sehr aufpassen. Zum Beispiel beim Anschließen der USB-Buchsen vorne am Gehäuse.

Denn man muss darauf achten, dass man die einzelnen Stecker nicht in der falschen Anordnung auf die Pins steckt. Außerdem problematisch: Die Hersteller haben sich noch nicht auf gemeinsame Bezeichnungen der einzelnen Pins geeinigt. Was bei den einen VCC heißt, heißt bei den anderen PUSB.

Die Herausforderung besteht deshalb darin, die richtige Zuordnung der Pins zu den einzelnen Steckern herauszufinden.

Der Strom-Pin kann heißen: P, VCC, USB Power, Power, USB+5V oder PUSB. Das dazugehörige Kabel ist meistens rot. Die Masse (Ground) heißt: G, GND, Ground oder GUSB. Das Masse-Kabel ist oft schwarz. D- heißt: USB-, USBP-, D- oder einfach -. Meistens ist das Kabel weiß. D+ hingegen: USB+, USBP+, D+ oder einfach +. Meistens ist das Kabel grün.

So weit, so kompliziert. Wenn man die Pins falsch zuordnet, kann man im schlimmsten Fall das Mainboard beschädigen. Man sollte deshalb auf folgende Dinge achten und ganz sicher gehen, dass man keinen Fehler gemacht hat:

– Was steht auf den Steckern?
– Was steht auf den Pins?
– Was steht im Handbuch des Mainboards?
– Welche Farbe haben die Kabel?

Am Ende ist die Farbe der Kabel aber der unsicherste Indikator. Das Handbuch des Mainboards und die Aufschrift auf den Steckern sind die beiden vertrauenswürdigsten Informationsquellen.

Wenn man sich bezüglich der Anordnung sicher ist, kann man die Stecker auf das Mainboard stecken. Viel Erfolg!

PS: Es gibt einen sehr guten Artikel auf Englisch. Dort findet man Bilder und weitere Hinweise: http://www.directron.com/installusb.html

Ist Azad der beste Rapper Deutschlands?

Ich habe heute bei 16bars.de ein Interview mit Azad gesehen. Er bezeichnet sich darin als besten deutschen Rapper – auch wenn viele das noch nicht anzuerkennen bereit seien. Mal ganz davon abgesehen, dass Kool Savas jetzt irgendwo mit hochrotem Kopf vor seinem Macbook sitzt und wahrscheinlich die nächsten drei Nächte vor Wut nicht schlafen kann: Ich habe mich mal gefragt, was hinter dieser Aussage stecken könnte.

Klar ist: Was Flow und Technik angeht, gehört Azad zum alten Eisen. Das ist nicht weiter schlimm. Bei Samy Deluxe ist es schlimm, weil sein Rap immer sehr technikbasiert war und er in dieser Hinsicht einfach nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Über seine Doubletimes, die 2000 alle vom Hocker gehauen haben, kann heute nur noch gelächelt werden. Aber Azad hatte noch nie den besten Flow, insofern war das für seinen Status in der Szene auch nie ausschlaggebend.

Wieso also ist Azad der beste Rapper? Weil er die Rap-Szene geprägt hat wie wenige? Ich finde, dass das nicht entscheidend sein darf. Zumal nicht bei einem Rapper, der noch immer aktiv mitmischt. Er muss sich an dem messen lassen, was state of the art ist.

Es gibt gleichwohl einen Aspekt, in dem ich Azad für unübertroffen halte: Inhaltliche Tiefe, ohne dabei in Abstraktionen und Metaphern abzudriften, wie es etwa Casper tut. (Casper ist dadurch nicht schlecht – im Gegenteil, aber seine Zielgruppe scheint eine ganz andere.) Deepness, dieser Begriff ist etwas aus der Mode gekommen. Aber Azad ist jemand, der genau das verkörpert. Dem Klischee nach ist Rap über Ex-Freundinnen inhaltsschwer und Straßenrap inhaltsleer. In Wirklichkeit beherrschen nur wenige Rapper die Kunst, ihre Texte mit ernsthaften Inhalten zu füllen. Curse konnte das zum Beispiel, ohne dabei immer über das gleiche Thema rappen zu müssen. Katastrophal nach hinten losgegangen ist ein solcher Versuch unlängst bei dem eigentlich sympathischen Eko Fresh. In seinem Lied über Ehrenmord lauten die ersten zwei Zeilen des Refrains: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt / Fick doch auf die Zukunft, denn die Scheiße kennt kein Mensch.“ Vielen Dank für diese tiefsinnige Einsicht.

Azad schreibt deepe Texte. Wer es nicht glaubt, sollte sich zum Beispiel das Klassiker-Album Leben anhören – zeitlos. Aber selbst als Feature-Gast droppt Azad zuweilen in einem Sechzehner mehr knowledge, als andere in ihrer ganzen Karriere. Zum Beispiel auf dem Track Credibil mit den nicht unbedingt hörenswerten Jungs von La Honda. Sein Part beginnt ab 2:30 min. Wer macht derart erwachsenen Straßenrap? Wer kann eine ganze Strophe lang einen solchen Pathos aufrecht erhalten? In dieser Hinsicht ist Azad der beste deutsche Rapper.