Bewertungsportale: Fragmentierung schafft Glaubwürdigkeit

Es ist schon einige Jahre her, als „Web 2.0“ noch in aller Munde war. User-Generated-Content war das Schlagwort dieser Zeit, Portale, auf denen die Leser plötzlich mitreden konnten, sprangen aus dem Boden. Jeder wollte Teil des Hypes sein: Kommentarbereiche, Blogging-Plattformen oder Bewertungsportale wurden rege genutzt.

Doch wie es immer ist, bekamen die größten Stücke des Kuchens diejenigen, die ohnehin schon satt waren. Google schnappte sich mit YouTube die wichtigste Video-Plattform, auch die Blogging-Plattformen wurden größtenteils aufgekauft oder verschafften sich eigene monopolartige Marktpositionen. Lediglich bei den Bewertungsportalen gab es bis in die jüngste Vergangenheit ein munteres Wechselspiel. Erst im Oktober 2013 hat das amerikanische Yelp den deutschen Konkurrenten Qype geschluckt.

Das Geschäftsmodell ist denkbar einfach: Benutzergenerierte Inhalte kosten nichts. Man selbst stellt lediglich die Technik zur Verfügung, die Inhalte schaffen die Leser. Diese bekommen dafür keine monetäre Vergütung, sondern die Chance auf Aufmerksamkeit und Anerkennung: Gute Inhalte werden gelesen oder angesehen. Das ist oftmals Belohnung genug. Die Seitenbetreiber heimsen dann den Profit ein, der zum Beispiel durch die Schaltung von Anzeigen entsteht.

Obwohl es sich hierbei um ein lukratives Geschäft handeln kann, ist es den großen Plattformen noch nicht gelungen, die kleine Konkurrenz gänzlich zu verdrängen. Eine mögliche Erklärung für diesen Umstand möchte ich nun anbieten: Ich glaube, dass Bewertungsportale davon leben, dass die Leser ihnen ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit zugestehen. Und je größer ein Bewertungsportal ist, desto eher ist man geneigt, es auf Seiten des Establishments zu verorten. Also auf Seiten derer, die ein Graswurzel-Bewerter eigentlich entlarven will.

Je größer ein Bewertungsportal ist, desto mehr Fake-Bewertungen zieht es außerdem an. Wer den Ruf seines Produkts oder seiner Dienstleistung durch Fake-Bewertungen verbessern will, der konzentriert sich aus ökonomischen Gründen auf die großen Portale. Zugleich können es sich die Portale oftmals nicht leisten, diese massenhaft eingereichten Bewertungen redaktionell auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu prüfen.

Wenn man sich auf die Suche macht, dann findet man im Internet eine ganze Menge kleinerer Bewertungsportale, die meistens nur eine spezielle Produkt- oder Dienstleistungssorte abdecken. Mein-Fitnesscenter.ch ist ein gutes Beispiel. Es versammelt Bewertungen zu sämtlichen Fitnesscentern in der Schweiz. Die Bewertungen werden redaktionell geprüft und weisen deshalb ein vergleichsweise hohe Maß an Glaubwürdigkeit auf – auch wenn Fake-Bewertungen natürlich nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden können.

Ich würde mir wünschen, dass solchen Plattformen in Zukunft eine größere Aufmerksamkeit zuteil wird. Das Modell dieser Plattformen – die redaktionelle Prüfung der Bewertungen und die Konzentration auf ein Spezialthema – ist meiner Meinung nach richtungsweisend.

Studentenwohnheim Ginnheimer Landstraße: So sieht es dort aus

Das Studentenwohnheim Ginnheimer Landstraße 40 & 42 beherbergt 750 Studenten aus aller Herren Länder. Betrieben wird es vom Frankfurter Studentenwerk. Es gibt WG-Zimmer sowie Einzelzimmer, Zweier-WGs, Dreier-WGs, Vierer-WGs und Stockwerks-WGs mit Bad und Küche auf dem Gang. Das Wohnheim ist nicht sehr schön anzusehen, genießt nicht den besten Ruf, doch die meisten Leute, die dort gewohnt haben, denken gerne an ihre Zeit in den „Ginnheimer Todestürmen“ zurück.

Damit Neuankömmlinge und Interessenten einen Eindruck bekommen können, was sie erwartet, möchte ich hier einige Fotos vom Studentenwohnheim Ginnheimer Landstraße hochladen.

Blick vom Wohnheim in Richtung Skyline
Je nachdem, auf welcher Seite des Wohnheims du wohnst, hast du einen beeindruckenden Ausblick auf die Frankfurter Skyline oder den Taunus.
Skyline-Blick

Bad & Küche
In den WGs und Einzelzimmern des Hauses 40 muss selbst Ordnung gehalten werden. Manchen Bewohnern gelingt das sehr gut, andere Bäder und Küchen sind ziemlich bedenklich. Auf den Bildern abgebildet sind Bad und Küche einer Dreier-WG. Die Zweier-WGs haben ein ähnliches Bad und eine kleinere Küche, die Einzelzimmer ebenfalls, allerdings ist die Küche dort in das Zimmer integriert.

WG-Bad 1
WG-Bad 2
WG-Küche

Im Haus 42 gibt es Vierer-WGs. Bad und Küche dieser Vierer-WGs sind recht geräumig und müssen ebenfalls selbst geputzt werden. Die Einzelzimmer in 42 haben ein Stockwerkbad und eine Stockwerkküche, die offiziell vom Personal des Studentenwerks sauber gehalten werden. Das klappt allerdings oft noch schlechter, als das selbst organisierte Putzen. In meiner WG und vielen anderen, die ich besucht habe, war es immer sehr sauber. Letztlich hängt das Maß der Sauberkeit davon ab, wie gut sich die Bewohner darum kümmern und wie gut es ihnen gelingt, sich auf einen Putzplan zu verständigen.

Die Zimmer
Die Zimmer sind in der Regel um die 10 Quadratmeter groß, nur die Einzelzimmer sind größer. Die meisten Zimmer sind mittlerweile möbiliert, es gibt aber auch unmöbilierte Zimmer, die gemietet werden können. In 42 sind die Zimmer mit einem Waschbecken ausgestattet, in 40 gibt es Waschbecken nur in den Einzelzimmern. Auf dem nachfolgenden Foto abgebildet ist ein unmöbiliertes Zimmer in 40 nach dem Auszug eines Mitbewohners. (Nicht erschrecken: Das Foto wurde am Tag des Auszugs eines langjährigen Mitbewohners gemacht. Der Boden wurde vor Ankunft des Nachmieters poliert und die Wände wurden gestrichen. Die hässlichen Fenster wurden mittlerweile durch neue ausgetauscht.)

WG-Zimmer

Hier eine Impression aus einem unmöbilierten Zimmer, das mit selbst mitgebrachten Möbeln eingerichtet wurde. Der Kreativität sind in solchen Fällen keine Grenzen gesetzt – du darfst die Wände pink anmalen oder dir eine Hängematte an die Decke hängen. So lange die Spuren deiner Umbauten nach deinem Auszug beseitigt werden können, sind die Hausmeister mit dem Meisten einverstanden. (Im Zweifelsfall solltest du solche Pläne vorher mit ihnen abklären.)

WG-Zimmer 2

Das Mobiliar der möbilierten Zimmer ist in der Regel in gutem Zustand. Die Matratzen sind ungemütlich, aber die lassen sich austauschen. Leider habe ich auf die Schnelle kein Foto von einem möbilierten Zimmer finden können.

Ich hoffe, euch einen kleinen Einblick gegeben zu haben, was euch im Wohnheim erwarten wird. Falls Interesse besteht, schreibe ich in einem weiteren Beitrag etwas über die Lebensbedingungen im Wohnheim, über das Miteinander, die Parties, die Sportangebote, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und andere Dinge dieser Art. Das werde ich vom Feedback auf diesen Beitrag abhängig machen.